Juni 21, 2007 von feuerundwasser
In der Physiotheraphiepraxis.
Neben mir sitzt eine Asiatin, vielleicht fünf Jahre älter als ich, sie blättert
in einer Frauenmodezeitschrift. Sie sagt:
„Ach du meine Güte, das Kleid kostet ja achthundert Euro!“
„Das finde ich auch schrecklich“, sage ich „die Reichen-gehen-über-Leichen-
Leute sollten das Geld lieber für die Armen der Welt spenden.“ Dann gebe ich noch einen Tipp, wo Frau ein Kleid für fünf Euro in einem second-hand Laden kaufen kann.
Derzeit tobt ja eine Debatte über eine geplante XXL- Moschee in Köln, aber etwas kleiner als der Kölner Dom. Außerdem haben bestimmte Kritiker festgestellt, dass z.B. gläubige Türken in einer Parallelgesellschaft leben.
Ich habe viele türkische Mitmenschen kennengelernt, als Kinder und Eltern, als Lehrerinnen, als Ärztinnen, Gemüsehänder: mehr oder weniger mit Allgemeinbildung versehen, oftmals überraschend freundlich. Eine Studentin (Kopftuch, langer Mantel) sprach ein lupenreines Deutsch!
Ihr armen Einwander/innen, hier gibts genug Parallelgesellschaften:–
- Die Kaste der Unberührbaren (die Reichen g.ü.L.) – Harz 4-Familien
- Angepasste Konsumtrottel – unbeirrbare Kritiker /innen des Kapitalismus
- Wirtschaftswachstumsgläubige – Bewahrer der Erde
Man schaue nur mal in die USA, dem Konglumerat aus Parallelgesellschaften in allen Facetten. Sie singen alle das gleiche Lied der Freiheit!
Eine leichte Anpassung gibt es wohl in einer sozialistischen Diktatur, wo die Volksvertreter für eine gleichmäßige Verteilung von Arbeit und Besitz sorgen. Die Freiheit des Einzelnen besteht dann in seinen persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten.
Am Tag der Offenen Moschee (immer am 3. Oktober) habe ich schon die eine oder andere Moschee besucht. Gerade in einer kleineren Gemeinschaft ist man/frau mit den Menschen auf gleicher Augenhöhe, wenn die Schuhe abgelegt sind, ensteht ein Gefühl, bei Freunden eingeladen zu sein. Auch deshalb wird der Islam in Deutschland weiterhin punkten.
Für mich aber hat Glauben nicht nur etwas mit Religionen zu tun.
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Feuer und Wasser erscheint unregelmäßig.
Ich bitte um Nachsicht, wenn ich nicht auf alle Rückmeldungen
antworten kann.
3.6.07 Inga Sawade
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Juni 6, 2007 von feuerundwasser
Und dann ist er da, da ist er, der Böse, deshalb haben wir uns gekloppt, die Autonomen, schwarz, und die Polizei, uniformiert behelmt beschützt. Man möchte diesen Leuten gleichermaßen zurufen:
„Ihr haut da auf den Falschen rum!“
Das Feuer war gut! Das Feuer ist ein Fanal für die Armen in der Dritten Welt. Ein Brandzeichen für erlittenes Unrecht. Die Ausplünderung der Erde und die Ausbeutung der Menschen für eine überversorgte dekadente Elite-Gesellschaft, die ihr Ego „Mehr Schein als Sein“als Lebensinhalt mästet.
Und diese Fatamorgana der „Freiheit und Demokratie“ ist die Kehrseite des globalen Kapitalismus.
Als Diktator Bush im März 2007 Guatemala bereiste, besuchte er auch einen Maya-Tempel. Nach seiner Abreise, reinigten Schamanen die Tempelanlage mit Gesängen, Weihrauch und Kräutern. Das sind echte Menschen, mit dem Bewusstsein der ganzen kostbaren Schöpfung,
ja wunderbar, das sind echte Menschen!
Und in „Täuschland“, dem Land der Angst, der Anpassung und des Perfektionismus?
Irgendein tolles Unternehmen wird nach der Idee des Recycling der Berliner Mauer bestimmt auch den G8-Zaun zerkleinern und vermarkten.
Und das gibt´s dann als Schlüsselanhänger zu kaufen.
Beinahe dabeigwesen zu sein ist auch ein schönes Gefühl.
Fazit: Es gibt zwei Sorten von Menschen, denen wir die Erde nicht überlassen dürfen:
- den Dummen (unpolitischen Konsumtrotteln)
- den Reichen (Bush und so )
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3.6.07 Inga Sawade
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Juni 3, 2007 von feuerundwasser
Bin mit einer Bekannten unterwegs, wir fahren mit dem Bus, es ist abends.Warum wir über Wasser sprechen, weiß ich nicht.
Dann sagt S. zu mir : „Das mach ich einfach so.“
Ich schaue sie erwartungsvoll an. „Nach dem Baden“, fährt S. fort,
„nehm ich einfach die 5-Liter-Eimer und schöpfe das Wasser in 10-Liter-
Eimer. Und das Wasser nehm ich dann einfach zum Waschen und zur Klospülung.“
Das finde ich wirklich gut, so einfach ist das; ich habe ja auch schon einiges probiert: Erst das Wasser zum Nudeln kochen benutzt, am nächsten Tag für Kartoffeln und zuletzt für Reis. Das geht wirklich.
„Die Wasserwerke haben schon schriftlich bei mir nachgefragt, wieso ich sowenig Wasser verbrauche. Da hab´ ich einfach geantwortet:
Ich bin viel unterwegs“, sagt S. und lächelt.
Menschen, die aktiv werden, sind mir tausend mal lieber, als das teuer bezahlte Gelaber (Energieverschwendung!) unserer Volksvertreter (G 8).
Noch können wir ja unser Wasser bezahlen, in einigen Ländern der Erde aber wurde die Existenz der armen Bevölkerungsschichten durch Privatisierung des Wassers bedroht.
„Wasserkrieg“: Im Jahr 200o musste sich der US-Konzern Bechtel aus Cochabamba/Bolivien nach heftigen Protesten der Bevölkerung – da ergibt“Gewalt“ als Notwehr einen Sinn! – aus dem Wassergeschäft zurückziehen. Die daraus folgenden rechtlichen Auseinandersetzungen sind noch nicht abgeschlossen. . .In Cochabamba wurde sogar ein Gesetz erlassen, dass das Sammeln von Regenwasser verbieten sollte: Menschen verurteilen andere Menschen zum Tode.
Dazu der aktuelle Filmtipp:
„Der große Ausverkauf“ von Florian Opitz.
Fazit: Die Reichen-gehen-über-Leichen-Leute brauchen keine eigenen
beheizbaren Schwimmbäder! -
- Wasser muss ein kostenloses Grundrecht sein.-
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3.6.07 Inga Sawade
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Juni 3, 2007 von feuerundwasser
Samstag-2-6-07, 17:30 Uhr. Der erste Aktionstag in Rostock gegen G 8.
PHÖNIX zeigt eine Direktübertragung. Nach Angaben der Veranstalter sollen 60.000 Leute gekommen sein. Am Rand der Demonstration kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und Polizei, die Wasserwerfer einsetzt. Im Hintergrund eine dicke düstere Brandwolke. Ein Sprecher auf der Bühne mahnt zur Mäßigung auf beiden Seiten. . .
Mit unserem Sohn (18) bin ich im angeregten Gesräch über die aktuellen Ereignisse. Unsere Tochter (8) fragt auch mal nach was da los ist und wird so gut es geht informiert. Zu der Qualmwolke meint sie:
„Da verbrennen sie dann wohl das Geld!“
Kinder verstehen oft spontan, was los ist, haben ein natürliches Gefühl für Gerechtigkeit. Ich bin froh, dass wir unsere Kinder nicht zu langweiligen, leistungsorientierten und angepassten Konsumtrotteln (und Arbeits- sklaven) erziehen.
Der Kapitalismus ist ein Verbrechen an der Menschheit.
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3.6.07 Inga Sawade
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